ChatGPT Unternehmen
Warum ChatGPT im Geschäft schnell an Grenzen stösst
ChatGPT ist beeindruckend. Aber sobald es um die eigenen Zahlen, Offerten und Kunden geht, fehlt ihm das Wichtigste: euer Wissen.
Die meisten haben es schon ausprobiert: eine Frage in ChatGPT getippt, und eine erstaunlich gute Antwort zurückbekommen. Für einen Entwurf, eine Formulierung, eine Idee ist das Gold wert. Im Geschäftsalltag merkt man dann aber schnell, wo die Luft dünn wird.
Das Problem ist nicht die KI — es ist, was sie nicht weiss
Fragt man ChatGPT «Was haben wir letztes Jahr mit der Müller AG abgerechnet?», bekommt man keine Antwort. Nicht, weil das Modell zu dumm wäre, sondern weil es eure Zahlen schlicht nicht kennt. Es kennt das halbe Internet, aber kein einziges eurer Dokumente.
Genau das ist der Unterschied, um den es geht. Eine generische KI ist wie ein extrem belesener Praktikant, der am ersten Tag anfängt: sprachgewandt, schnell, hilfsbereit — aber er war noch nie in eurem Lager, hat keine eurer Offerten gesehen und kennt keinen eurer Kunden.
Was passiert, wenn man trotzdem fragt
Das Heikle ist: Die KI sagt selten «das weiss ich nicht». Stattdessen rät sie freundlich weiter. Das nennt man halluzinieren — sie erfindet eine plausibel klingende Antwort. Im Privaten ist das harmlos. Wenn aber eine Offerte oder eine Zahl für einen Kunden darauf aufbaut, wird es heikel.
Eine KI, die nicht auf eure Daten zugreift, kann nur raten. Eine, die es tut, kann antworten — mit Quelle.
Der Unterschied: KI auf den eigenen Daten
Sinnvoll wird es im Geschäft, wenn die KI auf das zugreifen darf, was bei euch liegt: die Mails, die Offerten auf dem Server, die Tickets im CRM, die Zahlen im ERP. Dann ändert sich die Antwort grundlegend. Auf «Was haben wir mit der Müller AG abgerechnet?» kommt nicht mehr ein höfliches Ausweichen, sondern eine konkrete Zahl — und der Hinweis, aus welchem Dokument sie stammt.
Technisch nennt man diesen Ansatz, dass die KI vor dem Antworten in euren eigenen Unterlagen nachschaut. Wichtig dabei sind zwei Dinge:
- Die Antwort hat eine Quelle. Man sieht, woher die Information kommt, und kann sie nachprüfen. Kein Raten.
- Die Daten bleiben, wo sie hingehören. Eure Unterlagen werden nicht zum Training irgendeines öffentlichen Modells verwendet. Bei Vectoryon liegen sie in der Schweiz.
Heisst das, ChatGPT ist nutzlos?
Überhaupt nicht. Für alles, was kein internes Wissen braucht — einen Text formulieren, etwas zusammenfassen, eine Idee durchspielen — ist ein gutes Sprachmodell weiterhin ein hervorragendes Werkzeug. Es ersetzt nur nicht das, was die KI über euch wissen müsste.
Die Faustregel ist simpel: Geht es um Allgemeinwissen, reicht ein Modell von der Stange. Geht es um eure Firma, braucht die KI Zugang zu euren Daten. Beides hat seinen Platz — man sollte nur wissen, welches Werkzeug gerade das richtige ist.